Leserbrief zum Baustopp des Hochmoselübergang
Mit erschrecken habe ich nach der Landtagswahl die Pressemitteilungen im Zuge der Koalitionsverhandlungen von SPD/Bündnis90 Die Grünen vernommen, dass die noch amtierende Landesregierung (SPD-Alleinregierung) einen Baustopp des Hochmoselübergang verfügte.
Dieses Projekt ist nicht nur für den Rhein und den Hunsrück überlebenswichtig, nein für die ganze Region, von den Benelux-Ländern bis hin zum Rhein-Main-Gebiet.
Der schon im Bau befindliche Hochmoselübergang schaffte zunächst viele Arbeitsplätze und sichert heimischen Straßenbauunternehmen mit ihren Arbeitnehmern die Zukunft. (Schauen Sie doch selbst, welche heimischen Betriebe dort am Arbeiten sind).
Der fertig gestellte Hochmoselübergang wird nicht einfach eine Verbindung zur Eifel, zum Hunsrück und den Benelux-Ländern schaffen, sondern einen Aufschwung für unsere gesamte Region bedeuten. Das heißt, der Flughafen Hahn wird vom Taxifahrer (selbst ich als Aushilfsfahrer in Boppard kann von bis zu 2-3 Fahrten mit Touristen im Monat berichten) über Ladengeschäfte bis hin zur Passage und Fracht profitieren. Entlang der fast fertigen vierspurigen B 50 wird sich durch die bessere Verbindung vermehrt Gewerbe in den bestehenden Gewerbeflächen ansiedeln (siehe z.B. unsere Kreisstadt Simmern).
Dadurch entstanden und entstehen Arbeitsplätze für uns und spätere Generationen. Diese müssen nicht mehr weite Anfahrtswege zu ihren Arbeitsplätzen in Kauf nehmen. (Denn auch Bopparder haben auf dem Hahn Arbeit gefunden!)
In diesem Zusammenhang sollte auch Erwähnung finden, wie arm der Hunsrück noch vor vielen Jahrzehnten verkehrstechnisch gesehen war, als man mit Auto, Bus/Bahn oder LKW über die schmale B 50 die Städte Rheinböllen, Simmern, Kirchberg und Sohren-Büchenbeuren fahren musste, wenn man sich auf den Weg von der A61, Anschluss Rheinböllen, nach Trier aufmachte. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig eine gute Verkehrsinfrastruktur ist und auch sein wird.
Im Planungsbereich des gestoppten Hochmoselübergangs wurden bereits 14 von 16 Straßenanschlüsse und Brückenelemente gebaut. Viel Geld (Steuergelder) wurde bis heute investiert, wie viel Strafgeld (Entschädigung an die Baufirmen) soll bezahlt werden???
Ich bedaure zutiefst, dass ein Projekt, wie der Hochmoselübergang, das nach demokratischen Regeln beschlossen und geplant wurde und von der SPD laut Wahlprogramm doch gewollt war, nun den Verhandlungen zwischen SPD und Bündnis90 DieGrünen zum Opfer fällt bzw. vorerst gestoppt und wer weiß, wie lange auf Eis gelegt wird! Ist die Macht denn wichtiger, als die Menschen und die Verkehrsinfrastruktur? Bestimmt jetzt die Angst der SPD die Koalitionsverhandlungen? Wo soll das hinführen und was kommt als nächstes: die Rheinbrücke, der Flughafen Hahn….?
Die Gefahr, dass der Hochmoselübergang nun kippt ist groß und wäre zum Nachteil von uns allen an Rhein und Hunsrück (Ihrem Landkreis)! Dies kann doch auch nicht im Sinne des Landesverkehrsministers Hendrik Hering (SPD) und Herrn Joachim Mertes, aus Buch Hunsrück als Wahlkreisbewerber SPD Rhein-Hunsrück und amtierender Landtagspräsident sein!
Mit freundlichen Grüßen,
Daniel Thomas Geis
Leserbrief vom 09.04.2011
Letzte Änderung: Sonntag, 8. Mai 2011