Rheinmärchen 2011
Es war einmal eine von der SPD alleine geführte Landesregierung. Die versprach ihren Untertanen am Mittelrhein, eine Brücke zu bauen. Weil es sich so gehört, versprach man, erst einmal die Bevölkerung nach ihrer Meinung hierzu zu befragen.
Dann wurde im Land ein neuer Landtag gewählt und die SPD verlor ihre absolute Mehrheit. Ein Mehrheitsbeschaffer mußte her, den man mit den Grünen fand. Die Grünen aber wiederum versprachen ihren Wählern, keine Brücke, sondern einen 24-Stunden-Betrieb der bereits verkehrenden Fähren. Ein Kompromiß mußte her. Nun hatten sich zwar beide Koalitionspartner mehr Bürgerbeteiligung auf die Fahnen geschrieben, doch die Meinung des Bürgers zur Rheinquerung interessiert nun nicht mehr. Die Planung für die noch kurz zuvor so unverzichtbare Brücke soll eingestellt werden. Ein Probebetrieb mit verlängerten Betriebszeiten der Fähren soll eingerichtet werden. Eine sehr sinnvolle Idee, die man schon vor Jahren abgebrochen hatte und nicht mehr weiter verfolgen wollte. So wurden viele Jahre verschenkt.
Eines ist jedenfalls sicher, bei dieser Entscheidung haben beide Parteien ihr Gesicht verloren. Die Grünen haben keinen 24-Stunden-Fährbetrieb erreicht, denn der Grünen-Lobby ist ein solches Infrastrukturprojekt wie die Mittelrheinbrücke sie darstellt kaum zu verkaufen. Die SPD wiederum konnte ihr großes Versprechen, eine Brücke im Rheintal zu bauen, nicht einlösen und hat somit ihr Wahlversprechen gebrochen. Verlierer sind die Menschen am Mittelrhein, denn vorerst wird sich die Möglichkeit zur Rheinquerung nicht verbessern. Dies ist sehr bitter!
Und wenn die SPD nicht gestorben ist, dann wird sie auch pünktlich zur nächsten Landtagswahl ab 2015 wieder lautstark für eine Brücke am Mittelrhein werben - nur wer wird ihr das noch glauben?
FDP Boppard
Letzte Änderung: Mittwoch, 18. Mai 2011