Severuskirche in BoppardSeveruskirche in Boppard

Tourismus - geht uns alle an!

Einst waren es Reisende aus England, die die Schönheiten des Rheintals erkannten und in Schrift und Bild darüber berichteten so daß immer mehr Menschen das Rheintal besuchten. Damit wurde das Mittelrheintal zu einem der ersten Tourismusgebiete der Welt. Während aber manch andere Region der Welt die Menschen noch genauso anzieht wie einst, hat man bei uns das Gefühl, daß immer weniger Menschen unser schönes Tal als Urlaubsdestination wählen.

Woran mag das liegen? Was können wir tun, um den Mittelrhein - und damit auch Boppard - auch für den Touristen des 21. Jahrhunderts interessant zu machen? Denn die Konkurrenz wird fast täglich größer. Natürlich kann die Politik nur die Rahmen setzen und Ideen beitragen.

Manch einer erweckt den Eindruck, wenn erst mal eine Rheinbrücke steht, wird vieles besser. Doch mag ich mal bezweifeln, daß eine Broschüre mit dem Slogan "Jetzt kommen Sie schneller ans andere Ufer" auch nur einen Menschen fürs Rheintal begeistert. Aber was sonst?

Tagtäglich strömen Massen von Touristen durch das Tal, aber viele bleiben kaum mehr als ein paar Stunden. Daran werden wir kaum etwas ändern können.

Aber auch auf Kabinenschiffen fahren täglich viele Touristen durch das Tal. Die Schiffe halten aber oftmals nur in Koblenz und / oder Rüdesheim. Hin und wieder macht auch mal ein Schiff Station in Boppard. Die meisten Schiffe ziehen nur entlang der Orte und Städtchen. Die Fahrgäste sehen aber nur die Fassaden, die wahren Schätze dahinter in den Burgen und Orten bleiben ihnen leider verborgen, doch genau wegen dieser Rheinromantik kommen die Menschen hierhin. Dabei hat z. B. Boppard den Kreuzfahrern viel zu bieten für einen Landaufenthalt. Da wäre eine Fahrt mit der Hunsrückbahn oder mit der Sesselbahn, eine Weinprobe, ein Stadtrundgang und einiges mehr. Was können wir tun, um auch diesen Menschen die Schönheiten unserer Region zu zeigen?

Apropos Hunsrückbahn - in Emmelshausen kann man bald als Behinderter barrierefrei in die Züge einsteigen und in Boppard - wie kommt man als Rollstuhlfahrer von Gleis 2 oder 3 weg? Zudem könnte die Hunsrückbahn noch mehr touristisch genutzt werden, z. B. gelegentliche Sonderfahrten mit historischen Zügen bei bestimmten Anlässen wie Weinfest, Bauernmarkt, etc.

Und wie kommt der Tourist eigentlich nach Boppard? Bus- und Kreuzfahrttouristen wurden bereits erwähnt. Fernzüge fahren schon lange ohne Halt durch das Rheintal. Bliebe noch das Auto, was dann zu Parkplatznot in der Innenstadt führt oder das Flugzeug. Nach Köln/Bonn oder Frankfurt Flughafen gibt es ausgerechnet an den Wochenenden, der Hauptreisezeit, sehr schlechte Verbindungen und zum Flughafen Hahn gar keine. Dabei bietet der Flughafen bisher große ungenutzte Potenziale. Eine direkte Busverbindung vom Flughafen in das Mitteltrheintal ist längst überfällig, damit der Gast problemlos zu uns kommt. Zusätzlich bietet sich noch die Möglichkeit Pauschalreise-Arrangements anzubieten, die Flug, Transport ins Rheintal, Übernachtung und vielleicht noch Programm vor Ort beinhalten. Gerade zu Zeiten, in denen die Hotels und / oder Flugzeuge schlecht ausgelastet sind, könnte ein solches Angebot zusätzliche Nachfrage schaffen.

Und wie informiert man sich über das Mittelrheintal? Auf verschiedenen Internetseiten gibt es vielfältige Informationen. Auch an Wanderführern mangelt es nicht. Wer aber bei den gängigen Verlagen nach Reiseführern zum Mittelrhein sucht, wird enttäuscht - kein einziger Verlag hat einen solchen Führer im Programm - für eines der weltweit traditionsreichsten Tourismusziele eine Katastrophe!

Bedenkt man, dass alleine in Boppard mehrere hundert Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Fremdenverkehr abhängen, sollte uns allen die Förderung des Tourismus am Herzen liegen - zu tun gibt es genug!

Letzte Änderung: Samstag, 28. August 2010
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